125 Jahre Berufsfeuerwehr Aachen
In der Einleitung war zu lesen, daß schon im Jahre 1921 der Brandmeister Titze mit dem späteren Hauptbrandmeister August Mohr eine Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Berufsfeuerwehr Aachen erstellen sollten. Leider erschien diese trotz umfangreicher Arbeiten, die man aus den verschiedenen zeitgeschichtlichen Dokumenten sehen kann, nicht.

Anstelle einer Festschrift wurde nur das zugleich geplante Aufstellen eines Gedenksteines für alle gestorbenen Kameraden in den Jahren 1914-1918 durchgeführt. Auch hierzu sind noch einige originale Dokumente vorhanden.

Der Branddirektor Aachen, den 29. Juni 1921
Schreiben an das Germanistische Museum Nürnberg

Anläßlich des 50-jährigen Bestehens der hiesigen Berufsfeuerwehr am 1.11. d. Js. ist eine Denkschrift über das gesamte Feuerlöschwesen in der Stadt Aachen in Bearbeitung begriffen.

Für diese Bearbeitung sind die erforderlichen Unterlagen hier nur in beschränktem Umfange vorhanden, die zu einer lückenlosen Schilderung der Zeitperiode vor 1871 nicht ausreichen. Es wird um gefällige Mitteilung gebeten, ob von dort entsprechendes Material zur Verfügung gestellt werden kann.


Nürnberg, den 6. Juli 1921

Handschriftliches oder urkundliches Material oder Abbildungen zum Feuerlöschwesen der Stadt Aachen befindet sich bei uns nicht. Dagegen sind allgemeine Unterlagen zur Geschichte des Feuerlöschwesens (Feuerwehr, Feuerspritze, Feuerlöschordnungen einzelner Städte) vorhanden, von denen wir bereit sind, Ihnen in Betreff kommendes zu senden. Auf Rückäußerung würden wir zunächst die Titel mitteilen, aus denen sie Ihre Auswahl treffen könnten.

Hochachtungsvoll!
Die Leitung des Germanischen Nationalmuseums
Zimmermann / Direktor


Der Branddirektor
Schreiben an den Herrn Oberbürgermeister

Die Beamten u. Angestellten der Berufsfeuerwehr beabsichtigen, für ihre im Kriege gefallenen Kameraden einen Gedenkstein auf dem Ehrenfriedhofe zu errichten. Ich bitte um die Genehmigung hierzu.

Schulzen


Der Branddirektor Aachen, den 30. August 1921

Im Bereiche der Feuerwehr starben den Heldentod:

Der Telegrafist:
Albert Hirtz,vermißt seit Sept. 1915
die Feuerleute:
Franz Henkelvermißt seit Aug. 1914
Hubert Crottvermißt seit Sept. 1914
Johann Vinkenvermißt seit Sept. 1914
Karl Straaßvermißt seit Dez. 1914
Karl Krambtödlich verunglückt als Kraftfahrer, am 27. Okt. 1914
Hubert Weißgefallen März 1915
Walter Zingelmannvermißt seit Herbst 1914
Karl Kratzgefallen 19. Nov. 1917
Anton Meurergefallen April 1918
Wilhelm Weindorfvermißt seit 8. Juli 1918
Bernhard Kuhlmannvermißt
der Samariter:
Heinrich Deckersgefallen April 1918
auf der Brandstelle verunglückten:
der Oberfeuermann Knopsam 7. Januar 1877 bei einem Brand in der Paßstraße
der Feuerwehrmann August Kommam 20. Oktober 1892 bei einem Brand in der Lagerhausstraße


Schulzen



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Festfolge
  1. 9 Uhr vormittags Seelenamt in der Pfarrkirche St. Paul.
  2. 11.30 Uhr Enthüllung des Gedenksteines auf dem Ehrenfriedhof am Bismarckturm.

Vortragsfolge:
    1. Musikvortrag
    2. Vorspruch - Gesprochen von Frl. Johanna Beckers
    3. Volkslied für Männerchor: Morgenrot (Gesangsabteilung der Feuerwehr)
    4. Weiherede. - Herr P. Brinkmann C.S.S.R.
    5. Hornquartett
    6. Männerchor: Den gefallenen Helden (Gesangsabteilung der Feuerwehr)
    7. Ansprache des Herrn Oberbürgermeisters Farwick
    8. Gemeinsamer Gesang: Ich hatt' einen Kameraden
    9. Kranzniederlegung.




    Grabstein der gefallenen Kameraden der Berufsfeuerwehr Aachen auf dem Waldfriedhof






    Weihespruch
    zur Enthüllung des Gedenksteines für die im Weltkriege gefallenen Aachener Feuerwehrleute von Hans Hürfeld.

    Vieltausend Hügel bedecken den Raum,
    Von ernsten Tannen umstanden
    Feldkreuze mahnen und Denkmäler auch,
    Daß Helden hier Ruhe fanden.

    Hier liegen Soldaten aus jeglichem Land
    An ihren Wunden gestorben
    Und Ehrenmale erinnern an die,
    Die draußen vor'm Feinde gefallen.

    Voll Manneskraft und Jugendmut
    Sind stolz in den Kampf sie gezogen
    Ein jeder focht männlich für
    Ehre und Recht,
    Wenngleich sie als Völker verschieden.

    Nun ruhen vom Streite die Kämpfer aus,
    Vom bitteren Todesringen.
    Beendet der schreckliche, blutige Strauß;
    Von Frieden die Glocken singen.

    Es lodern die Fackeln mit rötlichem Schein
    Um ernste Männergesichter,
    Und seltsame Lichter behuschen den Stein
    Den hier wir als Denkmal errichtet.

    Er soll uns gemahnen an manchen Freund,
    Den draußen wir jählings verloren,
    Der mit uns gerungen wenn Feuer und Tod
    Den Nächsten gefahrvoll bedrohten.

    Der Feuermann sieht täglich dem Tod in's Gesicht
    Er zittert wohl nie um sein Leben;
    Drum starben auch mannhaft den Heldentod
    Die eisernen Feuerwehrleute,
    Die heut wir beweinen in stolzer Trauer
    Und deren Gedenken wir feiern.

    Es soll dieses Denkmal ein Zeugnis sein
    Von echter deutscher Treue
    Die auch in harter Zeit voll Dank
    Der toten Brüder gedenket.

    Und wurzelt es heut noch auf blutigem Grund
    Und fließen noch tausend Wunden,
    Es möge einst leuchten in besserer Zeit
    Noch glücklichen frohen Geschlechtern.



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