125 Jahre Berufsfeuerwehr Aachen
Feuerwache Oligsbendengasse 1871


1878
Die Feuerwehr ist eingeteilt in 3 Feuerwehr-Kompanien. Die Mannschaften und Geräte sind in drei Feuerwehr-Kasernen untergebracht. Diese befinden sich:

Kaserne Nr. I: Bongard Nr. 3/1 und 5
Kaserne Nr. II: Kasernengasse (hinter Matthiashof)
Kaserne Nr. III: Oligsbenden (vor Adalbertstor)

In jeder Kaserne befinden sich sämtliche Lösch- und Rettungsgeräte einer Kompanie.

Das Büro der Feuerwehr befindet sich in der Lochnerstraße 9 und es wird auf demselben in Feuerwehr-Angelegenheiten stets bereitwilligst Auskunft erteilt.

1883
Am 1. Januar wohnten in den Kasernen:

Der Löschzug vor der Feuerwache I Vinzenzstraße


MännerFrauenKinder mKinder wSumma
Kaserne I,
Vinzenzstr.
18293265144
Kaserne II,
Oligsbend 3
28283956151
Kaserne III,
Kasernenstr.
27272152127


1881
Insbesondere ist zu erwähnen der Bau zweier Steigerhäuser an den Kasernen II und III. Diese Anlagen sind unter teilweiser Benutzung der Fassaden der Kasernen in einfacher, aber ausreichender und praktischer Weise ausgeführt und haben einem längst gefühlten Bedürfnis zur Ausbildung der Mannschaft im Steiger- und Rettungsdienst abgeholfen.

1887
Mit dem Bau des neuen Kasernements in der Vinzenzstraße für die 1. Kompanie ist begonnen worden und steht zu erwarten, daß dasselbe bis zum Herbst 1888 im Rohbau fertig wird. Im Frühjahr 1889 soll die neue Kaserne bezogen werden können.

1888
Das neue Kasernement in der Vinzenzstraße ist im Rohbau fertiggestellt; es soll am 1. November 1889 bezogen werden können.

1889
Mit dem 4. Oktober ist das alte Kasernement I im Bongard eingegangen und die 1. Feuerwehrkompagnie in das neue städtische Kasernement I an der Vinzenzstraße verlegt worden (Baubeginn 1887).



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Feuerwache II Bendstraße 1886


1890
Mit Beginn des Etatjahres 1890/91 ist die bauliche Unterhaltung der Feuerwehr-Kasernen dem Stadt-Baurat übertragen worden. Die Feuerwehr-Kasernen II und III wurden einer gründlichen Revision unterzogen und daselbst des Stadtbauamtes umfangreiche Reparaturen und Arbeiten vorgenommen. Feuerwehr-Kaserne II wurde an den Straßenkanal der Oligsbendengasse angeschlossen und dadurch in sanitärer Beziehung ein nicht unbedeutender Vorteil für die Bewohner dieser Kaserne geschaffen.

1896
Die Feuerwachen sind wie folgt besetzt:

Vinzenzstr. 18
1 Feldwebel, 2 Oberfeuermänner, 2 Fahrer, 35 Feuermänner

Oligsbendengasse 3
1 Feldwebel, 1 Oberfeuermann, 1 Fahrer, 1 Ordonnanz, 23 Feuermänner

Kasernenstr. 7
1 Feldwebel, 1 Oberfeuermann, 12 Feuermänner.

1899
Kurz nach der Einverleibung Burtscheids legte Herr Brandinspektor Ney ein Projekt vor, welches unter Wegfall der Kaserne III, eine Verminderung der laufenden Ausgaben für Feuerlöschzwecke herbeizuführen sucht. Hiernach soll die Kaserne IV in der Bendstraße, wegen deren günstigen Lage an hochgelegener Stelle erweitert und Platz für eine große Geräte-Remise, Stallungen, Dienst- und Mannschaftswohnungen sowie ein Steigerhaus geschaffen werden.

1900
Zur Errichtung einer neuen Feuerwehrkaserne zur Erweiterung der Wache IV an der Bendstraße bewilligte die Stadtverordneten-Versammlung einen Betrag von 112.500 Mark. Vor der damit geplanten Aufhebung der Feuerwehrkaserne III in der Kasernenstraße soll erst erwogen werden, ob dies mit Rücksicht auf die Feuersicherheit des Boxgrabenviertels unbedenklich ist.

1901
Mit dem Bau der neuen Feuerwehr-Kaserne in der Bendstraße, gegenüber der früheren Burtscheider Feuerwehr-Kaserne, ist inzwischen begonnen worden und soll derselbe so gefördert werden, daß die neue Kaserne voraussichtlich zum 1. Juli 1902 bezogen werden kann.

Feuerwache II Bendstraße 1903



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1902
Die von der Stadt an der Bendstraße 40/48 neu errichtete Kaserne (Baubeginn 1901) konnte am 9. Oktober bezogen werden. Sie besteht aus einem Remisengebäude an der Straße und dem dahinter liegenden Hauptgebäude und umfaßt u.a. eine Geräte-Remise, Stallungen für 6-8 Pferde, Arbeitssaal, Batteriezimmer der Telegraphen-Centrale, Baderaum, Kammerräume, Apparatezimmer, Fahrerstube, Dienstwohnungen für Beamte und die Mannschaften der Feuerwache. Zwischen dem Remisen- und Hauptgebäude, sowie hinter letzterem sind genügend große Exerzierplätze vorhanden und an der Hinterfront des Hauptbaues ist ein massives Steigerhaus errichtet.

Die dem Neubau gegenüberliegende Kaserne der früheren Burtscheider-Feuerwehr, Bendstraße 31, ist bestehen geblieben und in demselben 1 Feldwebel, 1 Oberfeuermann und Mannschaften der Reserve untergebracht.

Die frühere Kaserne III in der Kasernenstraße, nahe der neu errichteten Kaserne III gelegen, ist eingegangen und das Gebäude konnte nach der Verlegung der III. Kompanie zur Bendstraße dem Stadtbauamt zur Verfügung gestellt werden.

1903
Neben der Kaserne II Oligsbendengasse Nr. 18 wurde das umgebaute und neueingerichtete städtische Wohnhaus im September der Feuerwehr übergeben und mit 1 Feldwebel, 1 Fahrer und Mannschaften der Reserve belegt.

1910
Um die Schnelligkeit des Alarms zu fördern, wurden in den Wachen I und III je vier Gleitstangen eingebaut, welche die Mannschaftsräume und Werkstätten mit den Fahrzeughallen verbinden.

Die Gasbeleuchtung der Treppenhäuser, Flure, Wagenhallen usw. der Wache II ist mit einer Multiplexfernzündung, welche vom Telegraphenzimmer der Wache aus bedient wird, versehen worden.

Die Badeeinrichtung in Wache I wurde durch ein Wannenbad ergänzt und in Wache II eine Badestube mit drei Brausen und einem Wannenbad angelegt.

1911
In Wache I wurde der bisherige Pferdestall als Schlosser- und Schmiedewerkstatt umgebaut und der Reservepferdestall als Stallung für zwei Pferde eingerichtet.

1915
Der erste Neubau erfolgte in der Vinzenzstraße. Ein an der Straße gelegenes zweigeschossiges Gerätegebäude mit Stallungen, Arbeitssaal und einer Wohnung für den Feldwebel sowie Amtsräume für die Verwaltung und auf dem Hof ein viergeschossiges Mannschaftsgebäude mit Steigerhaus und Schlauchturm. Letzteres enthält Wohnungen mit je einem Zimmer für Unverheiratete und mit 2, 3 und mehr Zimmern, je nach der Kinderzahl, für Verheiratete.

Schlafsaal in der alten Feuerwache I Vinzenzstraße



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Dem gleichen Muster folgend, jedoch umfangreicher, entstand ein weiterer Neubau in der Bendstraße gegenüber der alten Burtscheider Kaserne. Hierdurch wurde das Gebäude in der Kasernenstraße frei. Es dient jetzt als Wohnhaus für Arbeiter der Tiefbauabteilung, um in dringenden Fällen Arbeitskräfte zur Verfügung zu haben und als Unfallstation.

Die alte Kaserne in der Oligsbendengasse ist durch Ankauf eines Fabrikgebäudes erweitert worden.

1919
In den Kasernen I und III wurden Schlafsäle und Aufenthaltsräume für die außerhalb der Kaserne wohnenden Mannschaften eingerichtet. Dennoch entspricht das Anwesen nicht den heutigen Anforderungen. Als Ersatz dafür ist ein größerer Neubau, wozu generelle Pläne vorliegen, auf einem Grundstück am Blücherplatz in Aussicht genommen. Wie vieles andere mußte auch dieses Projekt wegen des Krieges zurückgestellt werden.

1921
In den Kasernen wurden umfangreiche bauliche Unterhaltungsarbeiten ausgeführt. Auf der Wache II (Oligsbendengasse) wurde der bisherige Pferdestall zum Teil abgebrochen und dort eine Halle für 4 automobile Fahrzeuge erbaut. Die Arbeiten konnten sämtlich durch eigene Handwerker ausgeführt werden.

1930
Die Feuerwache II Oligsbendengasse fällt den Sparmaßnahmen zum Opfer. Die Wache wird aufgegeben. Nur der Sanitätsdienst bleibt in dem Gebäude.

1932/1933
Der Feuerschutz wurde durch 2 ständig besetzte Feuerwachen der Berufsfeuerwehr, Wache 1 in der Vinzenzstraße und Wache 2 in der Bendstraße und durch die freiwillige Feuerwehr im Stadtteil Aachen-Forst ausgeübt.

1937
Im Laufe des Jahres wird die Zentrale der Wache Oligsbendengasse ganz aufgehoben. Es werden dann die 21 Feuermelder- und Uhrenschleifen und die Korrespondenzlinie mit einer Länge von rd. 170 km Freileitung auf die beiden Telegrafenzentralen Vinzenzstraße und Bendstraße verteilt sein. Da die Räume für die Telegrafenzentrale in der Bendstraße zu klein waren und auch ungünstig lagen, wurde neben der Wagenhalle der ehemalige Pferdestall als Telegrafenzimmer ausgebaut.

1938
Im Zuge der dringend notwendigen Um- und Erweiterungsbauten der Feuerwachen I und II wurde als erstes die Fahrzeughalle der Feuerwache II (Bendstraße) umgebaut.

1939
Der Feuerschutz der Stadt Aachen wurde durch die Feuerlöschpolizei und die Freiwillige Feuerwehr Aachen wie folgt ausgeübt:

Feuerwache I Vinzenzstraße für den Löschbezirk I (Nördlicher Stadtteil)

Feuerwache II Bendstraße für den Löschbezirk II (Südlicher Stadtteil)

Die Hauptwache an der Stolberger Straße



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Freiwillige Feuerwehr Aachen für den Löschbezirk III (Östlicher Stadtteil)

1940 - 1944
In den Kriegsjahren wurden alle Wachen durch Bombenangriffe schwer beschädigt und zum größten Teil zerstört.

1945
Die beiden Feuerwachen (Bendstraße und Vinzenzstraße) werden von den heimkehrenden Feuerwehrleuten unter großen Mühen wieder hergerichtet. Im Laufe der Jahre erhalten sie wieder ihre vollen Funktionen.

1952
Die Wiederaufbauarbeiten der Feuerwache Vinzenzstraße mußten eingestellt werden, da ein Verkauf des Grundstückes vorgesehen war. Dadurch war auch der weitere Ausbau des Feuermeldenetzes unterbrochen.

1953
Die Aufbauarbeiten der Feuerwache Vinzenzstraße und auch die Aufbauarbeiten an der Feuermeldeanlage konnten wieder aufgenommen werden, da von dem vorgesehenen Verkauf des Grundstückes Abstand genommen wurde.

1954
Im Zuge des Wiederaufbaues wurden in der Feuerwache I (Vinzenzstraße) Werkstatt und Garagengebäude fertiggestellt und die Hoffläche befestigt; die feierliche Übergabe war am 15. November.

In der Feuerwache II wurden die Wiederaufbauarbeiten weitergeführt.

1961
Der nach dem Krieg begonnene Wiederaufbau der beiden Feuerwachen an der Vinzenzstraße und an der Bendstraße mit den dazugehörigen Werkstätten und Garagengebäuden konnte im Jahre 1955 abgeschlossen werden. Weil das Gebäude der Feuerwache I an der Vinzenzstraße (jetzt Karmanstraße) inmitten des Aufbaugebietes der RWTH lag, mußte man sich mit den Plänen für den Neubau einer Feuerwache befassen. Nach umfangreichen Planungsarbeiten konnte der Baubeginn im Juni 1961 an der Stolberger Straße erfolgen.

1964
Am 5. Oktober 1964 wurde das neue Gebäude bezogen und die bisherigen Wachen an der Vinzenzstraße und Bendstraße wurden aufgelöst.

1971
Die Hauptfeuerwache - für 100 Mann gebaut - erweist sich 7 Jahre später, im Jubiläumsjahr 1971, als zu klein. Unbedingt notwendige, in den Jahren davor erfolgte Personalaufstockungen sowie Personalerhöhungen, die vorausschauend auf die kommunale Neugliederung notwendig waren, bedingten den Ausbau der Feuerwache. Jedoch die Aufnahmekapazität der Hauptfeuerwache ist schon 1974 mit 166 Mann Personal weit überschritten und läßt sich nicht mehr vergrößern. Neubaumaßnahmen wurden erforderlich.

Feuerwache III - Seffent



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Feuerwache I - Stolberger Straße (Luftbild)


1973
Im Jahre 1973 konnte mit dem Ausbau des bestehenden Feuerwehrgerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr, des Lösch-zuges Kornelimünster an der Oberforstbacher Straße als Stützpunktwache der Berufsfeuerwehr begonnen werden.

Am Gerätehaus wurde die Feuerwache Süd der Berufsfeuerwehr rechtsseitig angebaut. Trotz direktem Anbau ist eine räumliche Trennung gegeben, so daß ein unabhängiger Dienstbetrieb beider Wehren gegeben ist.

Die Planungsarbeiten für eine weitere Stützpunktwache in Seffent wurden 1974 aufgenommen und die Wache wurde 1981 in Dienst gestellt.

1982
Dem Feuerschutz wird im Bereich der Stadt Aachen nun durch die offizielle Eröffnung der Feuerwache Nord bei Seffent eine noch größere Aufmerksamkeit gewidmet. Mit einem Kostenaufwand von rund 9,5 Millionen, einschließlich Innenausstattung, entstand ein Gebäude, das nach den neuesten technischen Erfahrungen eingerichtet ist.

Baubeginn war am 19. April 1979. Richtfest feierte man im April 1980. Die Gesamtgrundstücksfläche beträgt 20750 Quadratmeter. 15750 Kubikmeter umfaßt der bebaute Raum.

Die Feuerwache Nord bei Seffent wird nicht nur im wesent-lichen den westlichen und südlichen Raum Aachens betreuen, sondern auch den überaus großen Gebäudekomplex der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule und des neuen Klinikums.

Als Wahrzeichen des neuen Gebäudes gilt der 33 Meter hohe und weithin sichtbare Schlauch- und Übungsturm. Neben den Einstellhallen befinden sich noch Wasch- und Spritzkabinen, Werkstätten sowie Räume für den Notarztwagen und eine automatische Schlauchwäsche.

1996
Heute hat die Berufsfeuerwehr Aachen drei Feuerwachen:

Feuerwache I: Stolberger Straße
Feuerwache II: Oberforstbacher Straße (Kornelimünster)
Feuerwache III: Mathieustraße (im TH Gebiet)



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