125 Jahre Berufsfeuerwehr Aachen

Zur optimalen Erfüllung der umfangreichen Feuerwehraufgaben ist neben einer gut ausgebildeten Mannschaft ein dem neuesten Stand der Technik entsprechender Fahrzeug- und Gerätebestand erforderlich. Zur Abdeckung des breiten Einsatzspektrums verfügt die Aachener Berufsfeuerwehr über leistungsfähige Fahrzeuge und Geräte der verschiedensten Art.

Zur schnellen Erkundung von Einsatzstellen, als Leitfahrzeug für die übrigen Einsatzfahrzeuge sowie zur Nachrichtenübermittlung dient dem Einsatzleiter der Einsatzleitwagen (ELW). Neben Planunterlagen, Nachschlagewerken , Meß- und Nachweisgeräten, einer umfangreichen funktechnischen Ausstattung, Mobiltelefon und -faxgerät gehört auch eine Minimal-Ausrüstung für den Ersteinsatz zur Fahrzeugbeladung. Die Aachener Berufsfeuerwehr verwendet als Einsatzleitwagen geländegängige Pkw, Fabrikat Daimler Benz. Neben den besseren Fahreigenschaften bei extremen Witterungsbedingungen besteht der Vorteil der geländegängigen Fahrzeuge darin, daß Einsatzstellen auch abseits von unbefestigten Wegen erreicht werden können. Bei größeren Einsätzen können diese Fahrzeuge durch aufblasbare Einsatzzelte, welche zur Aufnahme der Mitarbeiter einer Technischen Einsatzleitung (TEL) und den erforderlichen Einrichtungen geeignet sind, ergänzt werden. Zur Zeit verfügt die Berufsfeuerwehr Aachen über zwei weitgehend baugleiche Fahrzeuge dieses Typs.
Einsatzleitwagen (ELW 1) Daimler Benz Baujahr 1001
Für die Brandbekämpfung, die Förderung von Löschwasser und der Durchführung technischer Hilfeleistungen kleineren Umfangs verfügt die Berufsfeuerwehr Aachen über Löschgruppenfahrzeuge (LF16) mit einer vom Fahrzeugmotor angetriebenen Feuerlöschkreiselpumpe FP 16/8 sowie einem Löschwassertank von 1200/1600 l Inhalt. Zwei auf Magirus Fahrgestell aufgebaute ältere Fahrzeuge dienen als Reserve- und Schulungsfahrzeuge. Die vier in den Einsatzzügen befindlichen, von der Firma Ziegler auf Daimler-Benz Fahrgestell aufgebauten Fahrzeuge, verfügen über eine kombinierte Niederdruck/Hochdruckpumpe und einer aus 60 m formbeständigen Schlauch bestehenden Schnellangriffleitung. Schaummitteltanks von ca. 200 l Inhalt ergänzen die Ausstattung der Fahrzeuge. Die in den Mannschafträumen untergebrachten Atemschutzgeräte erlauben die Ausrüstung der Einsatztrupps mit umluftunabhängigem Atemschutz bereits während der Anfahrt zur Einsatzstelle. Neben den nach DIN-Norm vorgeschriebenen Geräten werden auf den Löschgruppenfahrzeugen u.a. Sprungpolster, tragbare Wasserwerfer, Hochleistungslüfter und hydraul. Rettungsgeräte mitgeführt.
Löschgruppenfahrzeug (LF16) Daimler Benz / Ziegler Baujahre 1986/88/90/91
Die wohl bekanntesten Feuerwehrfahrzeuge, die Drehleitern, werden von der Feuerwehr zur Rettung von Menschen und Tieren aus Notlagen, zur Brandbekämpfung und zur Durchführung von technischen Hilfeleistungen eingesetzt.

Vier dieser auch als Hubrettungsfahrzeuge bezeichneten Drehleitern (DLK 23/12) mit an den Leiterspitzen anzubringenden oder festangebrachten Rettungskörben stehen als Rettungsgeräte bei der Berufsfeuerwehr Aachen bereit. Bei einer Ausladung von 12 m erreichen die Leitern eine Steighöhe von 23 m. Eine Absenkung des Leiterparks unter 0o ist möglich. Zur Ausleuchtung von Einsatzstellen können Flutlichtstrahler an den Leiterkörben angebracht werden. Neben den Geräten zur Brandbekämpfung und zur einfachen technischen Hilfeleistung werden auf den Fahrzeugen je zwei Hochleistungslüfter mitgeführt. Diese können, neben ihrem eigentlichen Verwendungszweck zum Aufblasen der auf der Haspel untergebrachten Sprungrettungsgeräte verwendet werden.



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Drehleiter mit Korb (DLK23/12) Dailmer Benz / Camiva Baujahre 1991 und 1995
Neben den vier genormten Drehleitern (DLK 23/12) befindet sich eine Leiterbühne, eine spezielle Ausführung einer Drehleiter, im Fahrzeugpark der Berufsfeuerwehr Aachen. Durch den besonders gestalteten fünfteiligen, 30 m langen Leiterpark besteht die Möglichkeit, in dem an der Leiterspitze festinstallierten Rettungskorb 4 Personen oder bis zu 360 kg gleichzeitig zu transportieren. Zur Eigensicherung der im Korb befindlichen Personen sind zwei zuschaltbare Wasser-Sprühdüsen angebracht. Zur Brandbekämpfung ist am Korb ein Wendestrahlrohr anbaubar. Mit der am Korb aufsteckbaren Krankentragenhalterung ist es möglich, erkrankte oder verletzte Personen schonend aus höher gelegenen oder schlecht zugänglichen Einsatzstellen zu transportieren. Am Leiterpark wird ein 20 kVA Generator mitgeführt, dieser dient u.a. zur Speisung der vier am Korb befindlichen 1000 Watt Flutlichtscheinwerfer. Die Abstützung der auf 21 t Dreiachs-Fahr-gestell aufgebauten Drehleiter erfolgt über eine variable Waagerecht-Senkrecht-Abstützung.

Zur Brandbekämpfung bei Großbränden, großen Flüssigkeitsbränden sowie bei Bränden in Gebieten ohne oder mit unzureichender Wasserversorgung, z.B. auf Bundesautobahnen oder in Waldgebieten, verfügt die Berufsfeuerwehr über zwei Tanklöschfahrzeuge (TLF 24/50). Beide Fahrzeuge sind mit einer festeingebauten Feuerlöschkreiselpumpe FP 24/8 mit einer Förderleistung von 2400 l/min bei 8 bar sowie über einen auf dem Fahrzeugdach angebrachten Schaum-Wasserwerfer (Monitor) ausgerüstet. Das ältere der beiden Fahrzeuge - eines der ersten seiner Art - hat einen eingebauten Löschwassertank von 5500 l Inhalt und einen Schaummittelbehälter von 800 l Inhalt. Das zweite Fahrzeug, ein TLF 24/50 nach Norm, führt 5000 l Wasser und 500 l Schaummittel mit.

Große zusammenhängende Waldgebiete und einige Bereiche mit unzureichender Wasserversorgung im Stadtgebiet Aachen erfordern die Vorhaltung eines Schlauchwagens. Der von der Berufsfeuerwehr Aachen verwendete Schlauchwagen (SW 2000 Tr) dient zum Nachschub von Schlauchmaterial sowie zur Verlegung von Druckschläuchen über lange Wegestrecken. Neben 2000 m B-Schlauch, 150 m C-Schlauch und den entsprechenden Armaturen zur Wasserentnahme und Wasserabgabe wird eine Tragkraftspritze TS 8/8 mitgeführt. Armaturen für den Schaumeinsatz sowie 240 l Schaummittel ergänzen die Ausstattung des Fahrzeuges. Die erforderlichen Geräte und festeingebauten maschinellen Hilfsmittel bei Unfällen mit Gefahrgütern werden auf dem
Rüstwagen Gefahrgut (RWG) Daimler Benz / Ziegler Baujahr 1988



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Rüstwagen-Gefahrgut (RWG) mitgeführt. Mit Hilfe der eingebauten Hydrovac-Schadstoffsauganlage können Öle und Chemikalien in einen 800 l Spezialtank aufgenommen oder in Fässer umgefüllt werden. Die Anlage kann ebenfalls als Ölabscheider zur Trennung von Öl und Wasser eingesetzt werden. Als Antrieb der Anlage dient der eingebaute 28 kVA Generator. Ein eingebautes Hochdruckreinigungsgerät dient zur Reinigung von öl- oder chemikalienverschmutzten Gegenständen oder Flächen. Zur Ausleuchtung ist ein Teleskop-Kurbelmast mit zwei 1000 Watt Flutlichtstrahlern am Fahrzeugheck angebracht. Neben vielfältigen Spezialgeräten zur Bekämpfung von Gefahrgutunfällen werden entsprechende Schutzanzüge mitgeführt.

Zur Durchführung technischer Hilfeleistungen auch größeren Umfanges verfügt die Aachener Berufsfeuerwehr über einen Rüstwagen (RW 2). Die Ausrüstung dieses Fahrzeugs umfaßt neben Schutzbekleidung, Geräten zum Trennen, Schneiden, Abstützen, Retten, Beleuchten, Bergen und Absperren, Spezialausrüstungen zur Ölschadenbekämpfung und für Wasserrettungsaufgaben. Zu den festeingebauten Geräten zählen eine hydraulische Zugvorrichtung (Seilwinde), ein Stromerzeuger und ein am Fahrzeugheck angebauter Lichtmast.

Zum Heben und Bewegen größerer Lasten verfügt die Berufsfeuerwehr Aachen über einen Feuerwehr-Kranwagen (FwK25) mit einer maximalen Hubkraft von 250 kN (25t). Am Fahrzeugheck befindet sich zusätzlich eine 80 kN Seilwinde. Seile und Anschlagmaterial werden in den seitlich angebrachten Gerätekästen mitgeführt. Das Fahrzeug zeichnet sich durch seine besondere Wendigkeit aus. Neben der Möglichkeit, das Fahrzeug von der Krankabine aus zu fahren, können Vorder- und Hinterachse zusammen, separat oder gegeneinander gelenkt werden.
Lastkraftwagen mit Kofferaufbau und Ladebordwand Daimler Benz Baujahr 1993
Für den Transport von Einsatzmitteln und zum Materialnachschub sind drei Lastkraftwagen im Einsatz. Mit diesen Fahrzeugen werden u.a. sogenannte Alarmpakete, das sind Nachschub- und Einsatzmaterialien für Großeinsätze auf Euro-Paletten und Gitterboxen, verladen und zur Einsatzstelle transportiert. Auf diesen Alarmpaketen sind Schaummittel, Schutzanzüge, Sanitätsmaterial, Atemschutzgeräte, Zelte, Fässer zur Aufnahme von Gefahrstoffen, Tragkraftspritzen und Stromaggregate verlastet. Diese Alarmpakete wurden bei
Feuerwehr-Kranwagen (FwK 25) Krupp Baujahr 1991



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der Aachener Feuerwehr alternativ zu einem großen Wechsel-ladersystem eingeführt und haben sich bisher gut bewährt.

Zur Ausleuchtung von Einsatzstellen bei fehlendem natürlichen Licht überall dort, wo Rettungs-, Bergungs-, Such- und Löscheinsätze mit der erforderlichen Schnelligkeit und Sicherheit durchgeführt werden müssen, verwendet die Berufsfeuerwehr Aachen ein Lichtmastfahrzeug (LIMA). Der hydraulisch bis auf 9,90 m ausfahrbare, in jede beliebige Richtung drehbare Teleskopmast ist mit einem Lampenkopf mit 7 Flutlichtscheinwerfern zu je 2000 Watt ausgerüstet. Als Stromquelle dient ein 20 kVA Stromerzeuger, der durch einen VW Industriemotor angetrieben wird. Die hydraulische Abstützung des Fahrzeuges erlaubt den Einsatz bis zur Windstärke 10.

Zum Transport von zusätzlichen Atemschutzgeräten und Reserve-Atemluftflaschen zur Einsatzstelle sowie zur Herstellung der Einsatzbereitschaft an der Einsatzstelle wird der Gerätewagen-Atemschutz (AGW) verwendet. Das Fahrzeug mit einem handelsüblichen Aluminium-Kofferaufbau wurde in den feuerwehreigenen Werkstätten ausgebaut. Neben einer Vielzahl von Preßluftatmern, den dazugehörigen Reserveflaschen und Masken werden auch Regenerationsgeräte und Schutzfilter mitgeführt.

Zur Durchführung von Klein-Einsätzen, wie z.B. Wassereinsätze oder Tiertransporte werden Gerätewagen eingesetzt. Diese Fahrzeuge verfügen neben Elektrotauchpumpen und Schlauchmaterial auch über Geräte, die staubsaugerähnlich, Flüssigkeiten aufsaugen können. Tierfanggeräte und Transportkäfige für Kleintiere vervollständigen die Ausstattung.

Zum Transport von Feuerwehrangehörigen und Nachschubmaterial werden Mannschaftstransportwagen (MTW) eingesetzt. Die Berufsfeuerwehr verfügt über zwei dieser achtsitzigen Fahrzeuge.

Neben den bereits erwähnten Feuerwehrfahrzeugen benötigt die Feuerwehr für die Durchführung der verschiedensten Aufgaben wie Wartungs-, Revisions- und Reparaturarbeiten, brandschutztechnische Überprüfungen, Ortsbesichtigungen sowie Feuersicherheitswachdienste u.ä. eine Anzahl fast handelsüblicher Kraftfahrzeuge.

Als Transportmittel für selten benötigte Geräte und Löschmittel werden verschiedene Anhängefahrzeuge eingesetzt. Neben einem Pulverlöschanhänger (PA250) mit 250 kg Löschpulver wird ein Leichtschaumgenerator-Anhänger (LG) vorgehalten. Weitere Anhänger enthalten ein aufblasbares Zelt und einen Stromgenerator. Mit dem Schlauch- oder Rüstwagen als Zugfahrzeug wird ein großer Zweiachsanhänger mit Planenaufbau als Fahrschulfahrzeug verwendet.
Mannschaftstransportwagen (MTW) Daimler Benz Baujahr 1982



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